Lamune
Episode 7: Die Motorradfahrerin und der Aushilfsjob
Rückblende in die Kinderzeit: Nanami kommt auf einen Besuch zu Kenji herüber und bringt einen Teller mit.
| Nanami: | Ken-chan! |
|---|---|
| Nanami: | Ken-chan! |
| Nanami: | Wo bist du denn? |
| Nanami: | Ich habe ein paar Scheiben Wassermelone mitgebracht. |
In der Wohnung ist Kenji aber nicht. Nanami kommt auf die richtige Idee, wo er sein könnte, ohne sie hören zu können: In der Garage.
| Nanami: | Ken-chan? |
|---|
In der Tat: Da sitzt der Junge und poliert das Motorrad seines Vaters.
| Nanami: | Du bist ja schon wieder am Motorrad deines Vaters. |
|---|---|
| Nanami: | Dafür wird er dich bestimmt ausschimpfen. |
Kenji würdigt seinen Gast nur eines kurzen Blickes und poliert dann ungerührt weiter.
| Nanami: | Ken-chan? |
|---|---|
| Kenji: | Keine Sorge, das ist jetzt meine Maschine. |
Nanami zweifelt an dieser Aussage:
| Nanami: | Wirklich? |
|---|
Aber Kenji erklärt:
| Kenji: | Paps hat versprochen, dass ich sie kriege, sobald ich alt genug bin. |
|---|---|
| Kenji: | Aber dafür muss ich sie putzen. |
Das sieht mir nach einem vernünftigen Geschäft aus: Kenji lernt, die Maschine zu schätzen, und der Vater kann sie noch ein paar Jahre lang fahren. Nanami stellt den Teller ab und kommt näher:
| Nanami: | Sag mal, Ken-chan... |
|---|
Aber der ahnt, was Nanami gleich fragen wird:
| Kenji: | Kommt nicht in die Tüte! |
|---|---|
| Nanami: | Aber ich hab doch noch gar nichts gesagt. |
Braucht sie auch gar nicht - Kenji kennt sie gut genug:
| Kenji: | "Ken-chan, darf ich mal mitfahren", stimmt's? |
|---|---|
| Nanami: | Ui, woher weißt du denn das? |
| Kenji: | Ich weiß es eben. |
| Nanami: | Sie sieht echt toll aus... |
| Kenji: | Also gut, dann lass ich dich eben mitfahren, Nanami. |
|---|---|
| Nanami: | Wirklich? |
Kenji erinnert sich an die Abmachung mit seinem Vater:
| Kenji: | Ja doch. Aber dann musst du mir auch beim Putzen helfen. |
|---|
Sprach's und drückte ihr den Putzlappen in die Hand. Für Nanami ist das ein kleiner Preis des künftigen Vergnügens:
| Nanami: | Ist doch klar! |
|---|
Kenji schnappt sich derweil die Wassermelone und doziert:
| Kenji: | Nur wer eine Maschine zu schätzen weiß, hat das Recht, darauf zu fahren. |
|---|---|
| Kenji: | Das hat Paps mir erklärt. |
Der Angesprochene kommt übrigens gerade mit Suzuka vom Angeln zurück.
| Nanami: | Ken-chan, findest du das Motorrad von Oji-san auch so toll? |
|---|
Diese Erkenntnis wird Nanami später noch brauchen, in ihrem "Konflikt" mit Misora.
| Kenji: | Ja. |
|---|
In diesem Moment hat der Vater den Eingang der Garage erreicht - und was er sieht, entspricht nicht der Abmachung, die er mit seinem Sohn getroffen hat.
| Vater: | Kenji! |
|---|
Nanami hält sich die Augen zu, als Kenji von seinem Vater eine Kopfnuss bekommt:
| Kenji: | Aua! |
|---|---|
| Vater: | Ich habe dir die Maschine gegeben, weil du mir versprochen hast, dass du dich um sie kümmerst. |
| Vater: | Was fällt dir ein, dich vor deiner Pflicht zu drücken und Nanami-chan dafür einzuspannen? |
| Nanami: | Oji-san, ich habe ihn darum gebeten... |
| Vater: | Nanami, du hast nichts falsch gemacht. |
|---|---|
| Vater: | Hier geht es um eine Abmachung zwischen Kenji und mir. |
Kenji fühlt sich ungerecht behandelt - er hat doch nichts anderes getan als sein Vater auch, und versucht dies klarzustellen:
| Kenji: | Jetzt hör mir doch erst mal zu! |
|---|
Doch für den Vater ist diese Szene eine Frage der Autorität:
| Vater: | Was fällt dir ein! |
|---|
Kenji kassiert eine zweite Kopfnuss:
| Kenji: | Auaaa! |
|---|
Sprung in die Gegenwart: Misora rast mit ihrer Maschine über die Landstraßen der Küstengegend. Als sie bei der Bergauf-Fahrt mit dem linken Fuß einen Gang hochschalten will, tut es einen Knall - und ihre Maschine gibt den Geist auf.
Beim Absteigen passt Misora zudem nicht auf, und die schwere Maschine fällt um (glücklicherweise nicht auf ihr Bein, sondern wenigstens von ihr weg). Tja, wenn schon mal etwas schief geht, dann gleich richtig; bedröppelt lässt sich Misora auf die Straße niedersinken.
Wer sein Motorrad liebt, der schiebt - in Episode 10 werden wir so eine Szene nochmal zu sehen bekommen. Misora ist allerdings auf so etwas nicht vorbereitet und pfeift auf dem letzten Loch, als sie endlich den Gemüsegarten erreicht hat, wo Nanami und Kenji gerade am Arbeiten sind. Nanami wäscht sich gerade die Hände - und Wasser, ja das ist genau das, was Misora jetzt dringend braucht! Sie stellt ihre Maschine ab und geht mit zitternden Beinen auf das fremde Mädchen zu; auf halber Strecke bricht sie zusammen. Erschrocken und hilfsbereit kommt Nanami auf sie zu und fragt:
| Nanami: | Was hast du denn? |
|---|---|
| Misora: | Wa... Wasser... |
| Nanami: | Hä? Ach so... |
| Misora: | Wasser... Wa... Wasser... |
Nanami kehrt Sekunden später zurück und hält Misora freudestrahlend... einen Regenwurm vors Gesicht!
| Nanami: | Bitte sehr. |
|---|---|
| Notiz: | Misora stottert "mi... mizu" (= Wasser), aber Nanami versteht "mimizu" (= Regenwurm) |
Misora als Stadtmensch ekelt sich vor Würmern und ähnlichem Getier (wie wir noch sehen werden) - und in ihrem Zustand reicht der ohne Vorwarnung unter ihre Nase gehaltene Regenwurm aus, um sie in Ohnmacht fallen zu lassen. Nanami ist mit der Situation sichtlich überfordert und ruft um Hilfe:
| Nanami: | Ken-chan! |
|---|---|
| Nanami: | Ken-chan! |
Der Gerufene beißt gerade genüsslich in eine Tomate, wird nach dem zweiten Ruf aber doch aufmerksam. Er vermutet allerdings, dass Nanami bloß wieder mit einer ihrer Pflanzen angeben will:
| Kenji: | Was willst du mir denn wieder Tolles zeigen, Nanami-sensei? |
|---|
Doch als er näher kommt, sieht er Nanami über den Körper eines am Boden liegenden Menschen gebeugt... und einen davonkriechenden Regenwurm.
Nanami und Kenji haben das angeschlagene Mädchen erst mal ins Cafe transportiert (mitsamt der kaputten Maschine!). Nanamis Mutter bietet der erschöpften Misora erst mal eine Erfrischung an:
| Mutter: | Hier, bitte sehr. |
|---|---|
| Misora: | Vielen Dank. |
| Mutter: | Das muss ganz schön schlimm gewesen sein, stimmt's? |
| Mutter: | Bei diesem Wetter in einem Motorradanzug herumzulaufen... |
Als echter Biker möchte Misora nicht als Weichei dastehen:
| Misora: | Ach, das bisschen Sonne hätte ich ja ausgehalten. |
|---|
Alles dreht sich erwartungsvoll in Richtung Nanami um, die sich ihrer Schuld bewusst ist:
| Misora: | Es war dieser Regenwurm. |
|---|
Kenji nutzt die Gelegenheit, Nanami ein bisschen zu ärgern:
| Kenji: | Tja, unsere Nanami ist nun mal nicht die Hellste, da ist sowas schnell passiert. |
|---|
Nanami regt sich entsprechend auf:
| Nanami: | Ken-chan, sei doch nicht so gemein! |
|---|
Aber Kenji erklärt:
| Kenji: | Einer wildfremden Passantin einfach so einen Regenwurm unter die Nase zu halten, also wirklich... |
|---|
"...Du hättest ja mal ein bisschen nachdenken können." Womit Kenji durchaus Recht hat - denn genügend Kontext war sehr wohl vorhanden. (Wir merken uns: Misora war der Grund, weshalb Kenji Nanami verspottet hat; Nanamis Meinung über Misora ist ab diesem Moment negativ vorbelastet.)
Nanamis Mutter wechselt das Thema:
| Mutter: | Wohin wollten Sie denn, Ayukawa-san? |
|---|---|
| Misora: | Eigentlich nirgendwo. |
| Misora: | Ich bin nur so durch die Gegend gefahren. |
Kenji erkundigt sich:
| Kenji: | Hat deine Maschine eine Panne? |
|---|---|
| Misora: | Ja... der Motor scheint 'ne Macke zu haben. |
| Kenji: | Verstehe. |
Und der hilfsbereite Junge fasst einen Entschluss:
| Kenji: | Na, dann... |
|---|---|
| Kenji: | ...gehen wir? |
| Misora: | Wohin denn? |
| Kenji: | Na, zu mir. |
Bei seiner Garage angekommen schiebt Kenji das Tor nach oben und weist Misora an:
| Kenji: | Stell sie da drüben hin. |
|---|---|
| Misora: | Hm, okay. |
Nanami sieht Kenjis Maschine, die sie selbst ja auch sehr mag (siehe Anfang der Episode), und da die Zeit für Motorradtouren gekommen ist, fragt sie:
| Nanami: | Wie läuft es dieses Jahr? |
|---|---|
| Kenji: | Paps das Geld für Teile aus der Tasche zu leiern war schwieriger, als sie dann einzubauen. |
Misora glaubt, sich verhört zu haben:
| Misora: | Einzubauen? Du hast diese Maschine repariert? |
|---|---|
| Kenji: | Inzwischen habe ich fast alle Teile ersetzt. |
| Kenji: | "Umgebaut" trifft es wohl besser, denke ich. |
Nanami hat Kenji die kleine Neckerei im Cafe bereits verziehen und nutzt die Gelegenheit, seine Fähigkeiten hervorzuheben:
| Nanami: | Ken-chan kann das echt gut! |
|---|
Misora betrachtet Kenjis Oldtimer mit äußerster Skepsis:
| Misora: | Und diese Kiste fährt tatsächlich noch? |
|---|
Kenjis Mundwinkel fallen schlagartig nach unten - und Nanami versucht sofort, ihren Helden zu verteidigen:
| Nanami: | Ken-chan hat sie letztes Jahr wieder zum Laufen bekommen. |
|---|
In ihrer Naivität berichtet sie ehrlich über den Zustand der Maschine:
| Nanami: | Aber vor den Sommerferien ist sie wieder kaputt gegangen. |
|---|
Misora spottet:
| Misora: | Ein "hoffnungsloser Fall" also? |
|---|
Kenjis Gesicht verdunkelt sich weiter... und Nanami versucht, die guten Seiten an der Sache hervorzuheben:
| Nanami: | Aber... aber... immerhin ist sie in jedem Jahr wieder gefahren! |
|---|
Misora schließt messerscharf daraus:
| Misora: | Das heißt, sie ist jedes Jahr kaputt gegangen? |
|---|---|
| Misora: | Das wird ja immer toller... |
Nanami ist in eine Sackgasse gelaufen...
| Nanami: | Aber, aber, aber... |
|---|
...und Kenji versucht, den Image-Schaden in Grenzen zu halten:
| Kenji: | Hör auf, Nanami. |
|---|---|
| Kenji: | Du machst es nur noch schlimmer. |
Misora wechselt von sich aus das Thema:
| Misora: | Und was soll ich nun eigentlich hier? |
|---|---|
| Kenji: | Ist das nicht offensichtlich? |
| Kenji: | Ich werde deine Maschine reparieren. |
Entsetzt umarmt sich Misora ihr geliebtes Motorrad.
| Kenji: | Was hast du denn? |
|---|---|
| Misora: | Und du meinst echt, ich soll dich da ranlassen? |
Einen solchen Stümper, dessen Motorrad jedes Jahr wieder kaputt geht? Hm...
| Kenji: | Vertrau mir einfach. |
|---|---|
| Kenji: | Ehrlich, deine Maschine ist ruckzuck wieder in Ordnung. |
| Nanami: | Ken-chan, zeig, was du kannst! |
| Kenji: | Na klar doch. |
Misora stellt fest, dass ihre Alternativen nicht allzu zahlreich sind:
| Misora: | Und du meinst, ich soll wirklich...? |
|---|
Kenji packt sein Werkzeug aus, und Misora unterhält sich derweil vor der Garage mit Nanami. Stunden vergehen...
... und längst haben Hikari und Suzuka sich der Runde zugesellt, während Kenji bei seiner Reparatur-Aktion in ernste Schwierigkeiten gerät:
| Kenji: | Ich fürchte, dieses Teil kriege ich nicht wieder eingebaut. |
|---|
Misora packt Kenji am Kragen:
| Misora: | Was hast du getan!? |
|---|---|
| Kenji: | Aber ich... |
| Kenji: | Es war ein Versehen... wirklich! |
Misora tobt - sie hatte es ja gleich geahnt, dass sie ihre Maschine nicht diesem Dilettanten hätte anvertrauen dürfen:
| Misora: | Aber es ist trotzdem deine Schuld, oder etwa nicht? |
|---|
Kenji resigniert nach dieser Panne:
| Kenji: | Ich fürchte, wir müssen sie doch in die Werkstatt bringen. |
|---|---|
| Nanami: | Aber die hat schon zu. |
| Kenji: | So spät ist es schon? |
| Misora: | Es ist doch noch nicht mal sieben Uhr. |
Kenji grinst (seine alte Kritik am Landleben scheint sich einmal mehr zu bewahrheiten):
| Kenji: | Tja, in diesem Ort ist das spät genug. |
|---|
Misora hat die Nase voll:
| Misora: | Das hasse ich so an diesen Käffern... |
|---|---|
| Misora: | Und wie hast du vor, mir den Schaden zu ersetzen? |
Genau in diesem Moment kommt Kenjis Vater nach Hause und fragt (vermutlich von Misoras lauter Stimme angelockt):
| Vater: | Was ist denn hier los? |
|---|
Zu Kenjis Rettung macht sich sein Vater sofort an die Behebung des Schadens und kriegt dies mit seiner größeren Erfahrung auch hin:
| Vater: | Na also. |
|---|---|
| Vater: | Das wäre behoben. |
Der an diesem Tag arg gestressten Misora fällt ein tonnenschwerer Stein vom Herzen:
| Misora: | Vielen herzlichen Dank. |
|---|---|
| Vater: | Keine Ursache. Es war schließlich mein Sohn, der es verpfuscht hat. |
Kenji lässt seinen Kopf entsprechend hängen. Allerdings bekommt auch Misora gleich noch Kritik zu hören:
| Vater: | Aber du scheinst den Motor ganz schön überlastet zu haben. |
|---|---|
| Vater: | Ein paar Teile sind bereits kaputt, die wirst du austauschen lassen müssen. |
Misora erschrickt - ihre Lage hat sich gerade spürbar verkompliziert, angesichts der späten Tageszeit.
Vom Wohnzimmer aus telefoniert Vater Tomosaka mit dem Motorradhändler (bei dem er sicherlich seit Jahren Stammkunde ist und den er deshalb auch spät am Abend noch privat erreichen kann):
| Vater: | Ja... ja... alles klar. Und vielen Dank auch. |
|---|---|
| Misora: | Wie sieht's aus? |
| Vater: | Die Teile werden innerhalb von zehn Tagen geliefert. |
Der Vater reicht Misora einen Zettel, auf den er die Preise für die auszutauschenden Teile notiert hat; Misora verzieht das Gesicht, und auch Kenji (der sich mit solchen Preisen ja auskennt) meint erschrocken:
| Kenji: | Wow, die kosten ja ein Schweinegeld... |
|---|
Tja, das ist der Nachteil, wenn man eine nagelneue Maschine fährt (und dann auch noch über deren Leistungsgrenze): Die ist auch in der Wartung nicht gerade billig.
| Vater: | Tja, jetzt bleibt dir nichts anderes übrig, als zu warten. |
|---|
Hikari, die ja selbst gerade "unterwegs" ist, fragt die Besucherin:
| Hikari: | Ach ja, Misora-chan: Solltest du nicht deine Eltern anrufen? |
|---|---|
| Misora: | Meine Eltern sind zurzeit im Ausland. |
| Nanami: | Ach so... |
Suzuka hat sich inzwischen mit Misora angefreundet und bietet ihr die Rettung aus ihrer Notlage an:
| Suzuka: | Möchtest du solange bei uns wohnen? |
|---|
Misora steht bei den Tomosakas ohnehin bereits in der Schuld und blickt zögernd zu Suzukas Vater:
| Misora: | Aber... |
|---|
Doch der bestätigt die Einladung:
| Vater: | Von mir aus gerne, ich habe nichts dagegen. |
|---|
Und die entschlussfreudige Hikari wischt alle eventuellen Zweifel vom Tisch:
| Hikari: | Dann hätten wir das also geklärt. |
|---|
Zögernd und unterwürfig/höflich nimmt Misora die Einladung an:
| Misora: | Also... |
|---|---|
| Misora: | ...hm... |
| Misora: | ...tut mir leid, dass ich euch so zur Last falle. |
Aber sich (ohne hinreichend viel Geld) auch noch in einer Pension einquartieren zu müssen (und zu dieser Uhrzeit überhaupt erst mal eine zu finden!), wäre sicherlich die schlechtere Alternative.
Später am Abend: Kenji kommt die Treppe hinunter in die Küche, um sich etwas zu trinken zu holen; am Fußende der Treppe scheint Misora auf ihn gewartet zu haben.
| Kenji: | Hast du alles, was du brauchst? |
|---|
| Misora: | Ja, aber sag mal... |
|---|---|
| Kenji: | Was denn? |
| Misora: | Könnte ich hier irgendwo einen Aushilfsjob bekommen? |
Kenji streckt ihr eine der beiden Dosen entgegen, die er aus dem Kühlschrank gefischt hat:
| Kenji: | Aushilfsjob? |
|---|
Misora hat aktuell zuviel Zeit, aber nicht genug Geld:
| Misora: | Bis die Teile hier sind, dauert es ja eine Weile. |
|---|---|
| Misora: | Und die Reparatur wird auch ganz schön teuer. |
Kenjis erste Idee ist die nahe liegende:
| Kenji: | Im Cafe von Nanamis Mutter. |
|---|
Was allerdings bei Misora keine Jubelstürme auslöst:
| Misora: | Hm... lieber nicht. |
|---|---|
| Kenji: | Wieso? |
| Misora: | Ich hab ein bisschen Angst vor ihr. |
Kenji erinnert sich an die Szene im Garten:
| Kenji: | Ach ja, richtig. |
|---|---|
| Kenji: | Dir bei der ersten Begegnung einen Regenwurm vors Gesicht zu halten... na, kein Wunder. |
| Misora: | Eben. |
Kenji (womöglich ein wenig schuldbewusst aufgrund seines Versagens als Mechaniker?) fühlt sich auch für seine neueste "kleine Schwester" verantwortlich und fasst einen Entschluss:
| Kenji: | Morgen ist Sonntag. |
|---|---|
| Kenji: | Ich werde dir beim Suchen helfen. |
| Misora: | Wirklich? |
| Misora: | Vielen Dank. |
Als Kenji sich eigentlich bereits ins Bett begeben wollte, holt Suzuka ihn zurück ins Wohnzimmer, wo Misora und Hikari schon warten.
| Kenji: | Und? |
|---|---|
| Kenji: | Was soll das hier werden? |
| Hikari: | Na, was wohl? |
| Suzuka: | Das erste Schlafplatz-Ausscheidungsturnier! |
| Kenji: | Ich dachte, Misora übernachtet hier auf der Couch? |
|---|
Hikari ist entrüstet:
| Hikari: | Also wirklich... |
|---|---|
| Hikari: | ...das ist doch keine Art, seine Gäste zu behandeln! |
| Kenji: | Ja, schon... |
| Kenji: | ...aber... |
Nun stellt sich auch noch Suzuka auf Misoras Seite:
| Suzuka: | Onii-chan, jetzt sei doch kein Stoffel. |
|---|---|
| Kenji: | Suzuka, du auch noch? |
| Hikari: | Misora-chan würde bestimmt lieber in einem richtigen Bett schlafen, nicht wahr? |
| Misora: | Danke, Hikari-san. |
| Misora: | Ich bin zutiefst gerührt darüber, wie gütig ihr alle zu mir seid. |
| Hikari: | Man muss einander doch helfen, wenn Not am Mann ist, Misora-chan. |
Misora tut so, als weine sie vor Rührung... die Szene sieht irgendwie einstudiert aus... ;-) Kenji fühlt seine Position bröckeln, startet aber einen letzten Versuch der Verteidigung:
| Kenji: | Jetzt mal langsam... |
|---|
Doch Hikari übernimmt das Kommando:
| Hikari: | Mir war ja klar, dass du nicht freiwillig nachgeben würdest. |
|---|---|
| Hikari: | Deshalb spielen wir ja darum, damit sich keiner benachteiligt fühlen kann. |
| Kenji: | Das ist ja richtig, aber... |
Widerstand ist zwecklos - Kenji ist zahlenmäßig zu deutlich unterlegen. ;-)
Allerdings war Kenji noch nie der Held beim Spielen - weder mit Spielkarten noch beim jan-ken-pon als kleiner Junge (siehe Episode 4). Auch diesmal geht er als Verlierer aus dem Wettbewerb hervor:
| Hikari: | Geschafft! |
|---|---|
| Misora: | Geschafft! |
Kenji muss nun also Misora auch noch seinen Schlafplatz abtreten:
| Suzuka: | Also dann, Onii-chan, pass auf, dass du nicht frierst. |
|---|---|
| Hikari: | Dann wollen wir mal, Misora-chan. |
| Misora: | Okay. |
| Misora: | Und vielen Dank für das Bett. |
Zurück bleibt ein fassungsloser Kenji, der auf die Karten in seiner Hand starrt:
| Kenji: | Hä? |
|---|
Am nächsten Morgen erwacht Kenji (mit steifem Rücken) auf der Wohnzimmercouch; die Decke ist ihm heruntergerutscht, aber bei dem heißen Sommerwetter wird das nicht wichtig gewesen sein. (Nachts darf die Klimaanlage allerdings benutzt werden, wie wir wissen...)
Vor ihm auf dem Tisch liegt ein Zettel von Suzuka, der mit den Worten "Und stell bloß nichts an!" endet; doch genau dies wird er gleich tun, noch dazu vor einer Zeugin... zunächst geht er erst mal die Treppe hinauf und ruft:
| Kenji: | Zeit zum Aufstehen! |
|---|
Kenji klopft an die Türe seines Zimmers und tritt ein:
| Kenji: | Was ist denn...? |
|---|
Misora liegt laut schnarchend auf seinem Bett - ohne Bettdecke! (Kein Wunder bei diesen Temperaturen.)
| Kenji: | Sieht ja nicht gerade damenhaft aus... |
|---|
Und das Mädchen spricht im Schlaf:
| Misora: | Blödes Kaff, nicht mal mein Handy funktioniert hier... |
|---|---|
| Kenji: | Schläft die überhaupt noch? |
Kenji stellt sich vor das Bett und kommandiert:
| Kenji: | Hey, die Sonne scheint! |
|---|---|
| Kenji: | Hallo! |
In diesem Moment betritt Nanami das Haus, unbemerkt von Kenji....
| Kenji: | Hey, aufstehen! |
|---|
Misora dreht sich auf die andere Seite - und Kenji hat nun ihr Höschen, das teilweise aus dem Schlafanzug hervorschaut, praktisch vor seiner Nase.
| Kenji: | Oh Mann... |
|---|
Kenji wird entsprechend rot, anscheinend beschämt über seine eigenen Gedanken. Andererseits: Wann bekommt man schon mal das Objekt der eigenen Neugier derartig ideal zur Betrachtung angeboten? Vorsichtig hebt Kenji das Schlafanzug-Oberteil des Mädchens an - und genau in diesem Moment betritt Nanami das Zimmer!
| Nanami: | Ken-chan, guten Morgen! |
|---|
Nanami ist vor Schreck wie erstarrt:
| Nanami: | Ken-chan...? |
|---|
Was für ein Timing! Kenji versucht, die ausbrechende Panik in den Griff zu bekommen:
| Kenji: | Warte, beruhige dich erst mal. |
|---|---|
| Kenji: | Ich kann das erklären... |
| Kenji: | Das ist ein Missverständnis! |
Misora dreht sich in diesem Moment auf den Rücken und bietet nun auch Nanami einen nicht unbedingt damenhaften Anblick. Nanami hat genug gesehen und rennt davon:
| Nanami: | Ken-chan, du Idiot! |
|---|
Kenji ruft ihr verzweifelt nach:
| Kenji: | Nanami! |
|---|
Durch das laute Geschrei ist nun endlich auch Misora aufgewacht:
| Misora: | Oh, schon so spät...? |
|---|
Machen wir an dieser Stelle einen kleinen Kassensturz: Wie sieht die Situation für Nanami im schlimmsten Falle aus?
Dieses fremde Mädchen hat also offensichtlich in Kenjis Bett übernachtet (man bedenke, dass Nanami vom Kartenspiel um die Schlafplätze nichts weiß! Sie glaubt womöglich, Kenji habe ebenfalls in seinem Zimmer geschlafen), und Nanami hat Kenji zudem auf frischer Tat ertappt, wie er an diesem Mädchen herumfingerte. Damit hat Misora nicht nur auf Anhieb etwas erreicht, wovon Nanami womöglich in ihren kühnsten Fantasien selbst träumt - zu allem Überfluss symbolisiert Misora noch einen Aspekt von Kenji, an dem Nanami nur sehr eingeschränkt teilhaben kann: Sein Motorrad-Hobby. Vielleicht will Kenji ja demnächst zusammen mit Misora durch die Gegend fahren?
Alles in allem hat Nanami jedenfalls hinreichende Gründe zu ernster Sorge: Die Alarmglocke hat bei ihr zu klingeln begonnen. (Was für sie immerhin ein erster Schritt ist, ihre eigenen Gefühle Kenji gegenüber zu verstehen und zu akzeptieren - die Dinge kommen endlich in Bewegung!)
Los geht's mit der gemeinsamen Job-Suche, wie am Vorabend versprochen. Kenji klappert alle ihm bekannten Adressen ab, die in Frage kommen könnten. Erster Versuch: Hatanos Tankstelle.
| Kenji: | Und deshalb sucht sie jetzt einen Job. |
|---|
Hatano sieht aber gar nicht Kenji an, sondern betrachtet voller Faszination Misora, die in einiger Entfernung am Ufer steht und sich gerade lächelnd zu ihm hingewendet hat. Kenji hält Hatano die Hand vors Gesicht:
| Kenji: | Hey, Hatano - bist du noch da? |
|---|
Als augenblicklich verliebter Trottel packt Hatano Kenji am Kragen und fragt:
| Hatano: | Hey, Kenji, wer ist denn die scharfe Braut da drüben? |
|---|
Hatano hat also die ganze Zeit überhaupt nicht zugehört... Kenji erkennt, dass hier mit Auskünften über einen Nebenjob für Misora nicht mehr viel zu machen sein wird:
| Kenji: | Der ist ja völlig weggetreten... |
|---|
Irgendwie kann ich Hatano ja verstehen: Misora und Hikari haben durchaus gewisse Gemeinsamkeiten. Wenn das also der Typ ist, auf den er steht...
Zweiter Versuch: Der Zeitungsladen Sakura, wo Hiromis Eltern arbeiten - ebenfalls ohne Erfolg. Hiromi beobachtet die Szene aus dem Fenster, lässt sich von ihrer Mutter erklären, was los war - und läuft den beiden Besuchern hinterher:
| Hiromi: | Tomosaka-senpai! |
|---|
Hiromi zögert - aufgrund der Kameraposition ist nicht ganz klar, wen sie anspricht, aber ich denke, doch eher Kenji selbst:
| Hiromi: | Tut mir leid, dass wir keinen Job für sie haben... |
|---|---|
| Kenji: | Ist doch nicht schlimm. Es war ja nur ein Versuch. |
Trotzdem verbeugt sich Hiromi tief vor Kenji:
| Hiromi: | Es tut mir wirklich leid. |
|---|
Und sie hat auch einen Grund dafür:
| Hiromi: | Wo du doch endlich mal bei uns vorbei gekommen bist... |
|---|
Falls Misora in diesem Moment Hiromi tief in die Augen geblickt hat, muss ihr klar geworden sein, dass dieses Mädchen für Kenji zumindest schwärmt.
| Kenji: | Wir haben euch ja auch ganz plötzlich damit überfallen. |
|---|---|
| Hiromi: | Aber... |
Dritter Versuch: Eine Käferzucht. Das kann ja nichts werden, wenn wir uns an Misoras Erfahrung mit dem Regenwurm erinnern - und tatsächlich fällt das Mädchen erneut in Ohnmacht, als es eine der Käferlarven in die Finger kriegt, während Kenji gerade mit dem Inhaber verhandelt.
Die Sonne steht schon ziemlich tief, als Kenji und Misora die Suche für den heutigen Tag abbrechen:
| Kenji: | Tja, das lief bisher ja nicht wirklich erfolgreich. |
|---|
Misora nörgelt entsprechend:
| Misora: | Kein Wunder... in so einem Kaff. |
|---|---|
| Kenji: | Was meinst du damit? |
| Misora: | Wo um alles in der Welt gibt es Aushilfsjobs in einer Hirschkäferzucht? |
| Kenji: | In dieser Gegend ist das nichts Ungewöhnliches. |
| Misora: | Das ist doch nicht zu fassen! |
| Misora: | Gibt's denn hier keine Karaoke-Bar, keine Manga-Teestube, keinen Tante-Emma-Laden? |
| Kenji: | Tja, anscheinend nicht. |
| Misora: | Ach Mensch... ich will nach Hause. |
| Kenji: | Dann geh schon mal vor. |
|---|---|
| Misora: | Und du? |
| Kenji: | Ich hab noch was zu erledigen. |
Nämlich seinen täglichen Transportdienst vom Garten der Familie Konoe.
| Misora: | Jetzt warte doch mal! |
|---|---|
| Kenji: | Du brauchst nicht mitzukommen. |
| Misora: | Aber ich habe doch keinen Hausschlüssel. |
| Kenji: | Hm, stimmt auch wieder. |
Kurz darauf haben die beiden Nanamis Garten erreicht, und Kenji macht sich bemerkbar:
| Kenji: | Nanami! |
|---|
Nanami ist überrascht:
| Nanami: | Ken-chan... |
|---|
Doch als Misora wie selbstverständlich neben dem Jungen auftaucht (Nanami weiß nichts von der gemeinsamen Jobsuche!), fällt ihr wieder ein, was heute früh vorgefallen ist, und beschließt, Kenji erst mal zu ignorieren. Kenji seufzt - er weiß, was er "auf dem Kerbholz hat" und dass er sich mit Nanami erst mal wieder irgendwie versöhnen müssen wird.
Nanami ist wieder an ihre Feldarbeit gegangen; als sie Kenji kommen hört (dessen Schritt sie natürlich seit Jahren kennt), fragt sie (absichtlich geziert und übertrieben förmlich):
| Nanami: | Womit kann ich dienen? |
|---|---|
| Kenji: | Bist du immer noch sauer auf mich wegen heute früh? |
| Nanami: | Ist mir doch egal, was du tust. |
| Kenji: | Das klingt aber gar nicht so. |
In der Tat ist Nanami angefressen (oder tut wenigstens so):
| Nanami: | Ach, lass mich doch in Ruhe. |
|---|
Kenji erkennt, dass gute Worte hier nicht helfen werden - das Beste wird es tatsächlich sein, Nanami nicht mehr auf diese Szene anzusprechen. Also schnappt er sich den schweren Gemüsekorb und fragt:
| Kenji: | Ist das alles für heute? |
|---|---|
| Kenji: | Komm schon, du hast genug gearbeitet, Nanami. |
Kenji spielt also perfekte Harmonie vor der inzwischen aufgetauchten Misora - und Nanami kann schlecht das Gegenteil tun, ohne Kenji als Lügner dastehen zu lassen. Also macht sie gute Miene zum "bösen Spiel" und antwortet noch etwas zögernd:
| Nanami: | Na gut. |
|---|
Nanami tritt näher zu Kenji heran, beide blicken einander ins Gesicht und lächeln... falls Misora aus Nanamis Sicht tatsächlich eine Konkurrentin sein sollte, hat sie diese Konfrontation zumindest schon mal verloren. Nun ist es Nanami, die keine Gelegenheit ungenutzt lässt, ihre Vertrautheit mit Kenji zu demonstrieren (als unterschwellige Botschaft an Misora: "Finger weg, der Junge gehört mir!"). Zunächst redet sie nur mit Kenji, als ob Misora gar nicht anwesend wäre:
| Nanami: | Die Tomaten sind heute besonders gut. |
|---|
Und Kenji, der über Misoras "Herumgenöle" vorhin auch nicht wunschlos glücklich gewesen sein dürfte, spielt mit:
| Kenji: | Dann darf ich mich schon mal auf das Mittagessen für morgen freuen. |
|---|
Beide lassen Misora förmlich stehen und marschieren davon, Kenji mit der Gemüseladung auf der Schulter.
| Nanami: | Die schmecken bestimmt toll zu Spaghetti. |
|---|
Wir erinnern uns noch an die "Spaghetti-mit-Tomatensoße-Konstellation aus Episode 4... ach nein, das war ja die von Suzuka. Wie schade. ;-)
Jetzt, da Nanami "ihr Terrain abgesteckt" hat, dreht sie sich um und bindet Misora mit ins Gespräch ein (redet sie allerdings mit dem Familiennamen an, während sowohl Kenji als auch Hikari ihren Gast mit dem Vornamen anreden):
| Nanami: | Ayukawa-san, isst du gerne Tomaten? |
|---|
Misora antwortet eher ausweichend:
| Misora: | Na ja, geht so. |
|---|
Nanami schließt daraus, dass das Tagesgericht im Cafe Konoe auch für Misora genießbar sein wird:
| Nanami: | Das freut mich. |
|---|
Weiter geht's mit der Stutenbissigkeit - Nanami klopft sich erst mal verbal selbst auf die Schulter:
| Nanami: | Ich bin zwar ganz schön kaputt, |
|---|---|
| Nanami: | ...aber dafür habe ich auch ein paar ganz leckere Sachen angepflanzt. |
Das ist überhaupt ein Thema, wo Nanami gegenüber Misora klar im Vorteile ist. Nanami geht also auf Misora zu und fragt mit äußerster Freundlichkeit:
| Nanami: | Ayukawa-san, hast du Lust, das auch mal zu probieren? |
|---|
Man beachte, dass Misora Nanami bis zur nachfolgenden Zeile nicht ins Gesicht sehen will. Offenbar ist ihr inzwischen bewusst, dass sie hier in gewisser Weise stört, und sie sucht noch nach einer geeigneten Verhaltensweise.
| Nanami: | Willst du auch mal selbst Gemüse anpflanzen? |
|---|
Erst jetzt wendet Misora sich Nanami zu und antwortet vorsichtig, aber ebenfalls freundlich:
| Misora: | Lieber nicht. |
|---|
Kein Wunder - Misora hat von Erde, Würmern und Käfern derzeit die Nase gestrichen voll. Nanami interpretiert Misoras Antwort aber so, als wäre sie von Hiromi gekommen:
| Nanami: | Du brauchst nicht so schüchtern zu sein... |
|---|
"..., ich zeige dir gerne, wie man das macht." Klar, Nanami würde vor Misora durchaus glänzen wollen, solange sie diese als potentielle Konkurrentin ansieht. Doch Misora erklärt nun:
| Misora: | Daran liegt es nicht. |
|---|---|
| Misora: | Ich muss Geld verdienen, um die Motorrad-Reparatur bezahlen zu können. |
| Nanami: | Ah, verstehe. |
Hier haben wir die beiden unterschiedlichen Verbindungen zwischen Kenji und dem jeweiligen Mädchen: Bei Misora ist es tatsächlich nur das Motorrad. (Nanami wird an dieser Stelle insgeheim aufatmen, denke ich mal.) Misora redet jedoch weiter - und schießt dabei ein sattes Eigentor:
| Misora: | Außerdem interessiert mich dieser Kram nicht. |
|---|
Das hat gesessen. Nanami lässt den Kopf hängen:
| Nanami: | Ach so... |
|---|
Nun allerdings tritt Kenji auf den Plan - Misoras Versuch, das niederzumachen, worin Nanami ihre ganze Energie investiert, war nämlich grob unhöflich, und Kenji stellt sich (zumindest verbal) sofort schützend vor seine Freundin:
| Kenji: | Misora! |
|---|
Nanami wird auch dies innerlich jubelnd zur Kenntnis nehmen; gleichzeitig spielt sie Misoras Fauxpas herunter und meint gönnerhaft:
| Nanami: | Aber das macht doch nichts. |
|---|
Und sie nutzt diesen kleinen Sieg sofort, um aus ihrer Expertenposition heraus zu dozieren:
| Nanami: | Gemüse anpflanzen macht aber eine Menge Spaß. |
|---|---|
| Nanami: | Und außerdem schmeckt Gemüse viel besser, wenn man es selbst gezogen hat. |
| Nanami: | Die Gäste im Cafe sagen das auch immer. |
Und nicht genug, dass Nanami nun Misora de facto als ahnungslose Städterin hingestellt hat - jetzt springt auch noch Kenji ein und nutzt die Gelegenheit, die Leistung der gerade eben noch angegriffenen Nanami in den höchsten Tönen zu loben:
| Kenji: | Aber es kostet einen Haufen Arbeit. |
|---|---|
| Kenji: | Ständig die Beete zu bewässern und das Unkraut zu jäten... |
Kenji hat sich eine dieser leckeren Tomaten geschnappt und beißt voller Genuss hinein; Nanami übernimmt die Gesprächsführung wieder:
| Nanami: | Am Anfang ist das ganz schön schwierig. |
|---|
Wie Kenji vermutlich aus eigener Erfahrung berichten könnte - er war ja auch mal so ein ahnungsloser Städter, wie wir aus den vorherigen Episoden wissen. Doch Nanami gibt dem Gespräch eine überraschende Wendung - denn ihr ist eingefallen, dass Misora am Tag zuvor auch kein gutes Haar an Kenjis "Schrottkarre" gelassen hatte:
| Nanami: | Mit Ken-chans Motorrad ist es genauso. |
|---|
Nun verteidigt Nanami umgekehrt die Leistung ihres Freundes, der ihr gerade so toll beigestanden hat! Nanami hat sich inzwischen umgedreht und den Heimweg eingeschlagen; Kenji folgt ihr und stimmt ihr zu:
| Kenji: | Hm, da ist was dran. |
|---|---|
| Nanami: | Kriegst du es wieder zum Laufen? |
| Kenji: | Ein paar Teile werde ich wohl noch austauschen müssen. |
Beide würdigen die unhöfliche Misora keines Blickes mehr und lassen sie im Garten zurück. Misora wirft den beiden, die nun wieder ein Bild perfekter Harmonie abgeben, wie sie so ins Gespräch vertieft nebeneinander her gehen, einen langen, nachdenklichen Blick hinterher - in diesem Moment dürfte der Groschen endgültig gefallen sein.
Spät am Abend werkelt Kenji noch an seiner Maschine; Misora betritt zögernd die Garage und fragt:
| Misora: | Sag mal... |
|---|---|
| Misora: | ...wieso kaufst du dir eigentlich keine neue Maschine? |
Misora beginnt, ihre eigenen Vorurteile zu hinterfragen - vielleicht gibt es da ja tatsächlich etwas, das sie bisher nicht begriffen hatte, und Kenji ist ein netter Kerl, der ihr das möglicherweise erklären würde.
| Kenji: | Darüber habe ich noch nie nachgedacht. |
|---|---|
| Misora: | Aber die ständige Bastelei kostet doch eine Unmenge Zeit, oder? |
| Kenji: | Klar, aber es macht auch Spaß. |
"Der Weg ist das Ziel" - das ist schon die ganze Zeit die Botschaft von Nanami und Kenji. Bei Misora ist sie allerdings noch nicht angekommen.
| Misora: | Woher nimmst du die Ausdauer dafür? |
|---|
Und tatsächlich erzählt Kenji nun, warum ihm diese Maschine so ans Herz gewachsen ist:
| Kenji: | Mein Paps hat sie mir geschenkt. |
|---|---|
| Kenji: | Schon als kleines Kind habe ich ihm beim Fahren zugesehen. |
| Kenji: | Das fand ich einfach cool, deshalb wollte ich es unbedingt auch lernen. |
| Kenji: | Ich habe ihn so lange genervt, bis ich endlich den Führerschein machen durfte. |
| Kenji: | Und schließlich hat er sie mir geschenkt. |
| Kenji: | Doch damit fingen die Probleme erst an. |
| Kenji: | Kaum gehörte sie mir, da ging sie auch schon kaputt. |
| Kenji: | Und so geht das jedes Jahr. |
| Kenji: | Inzwischen hängen eine Menge Erinnerungen dran. |
Misora kapiert es immer noch nicht:
| Misora: | Aber das ist doch alles Zeitverschwendung. |
|---|
Doch Kenji schwelgt in seinen Erinnerungen und ist diesmal nicht aus der Ruhe zu bringen. Er streichelt mit der Hand über den Ledersitz der Maschine (genau den, welchen Hikari in Episode 5 mit dem Teppichmesser bedroht hatte!):
| Kenji: | Ich liebe sie schon eine Ewigkeit. |
|---|---|
| Kenji: | Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich sie das erste Mal repariert hatte. |
| Kenji: | Ich glaube, irgendwie hänge ich einfach an ihr. |
|---|---|
| Kenji: | Wie soll ich sagen... |
| Kenji: | ...klingt wahrscheinlich komisch... |
| Kenji: | ...aber ich bin einfach in sie verknallt. |
| Kenji: | Du liebst deine Maschine doch auch, oder? |
| Misora: | Natürlich. |
| Kenji: | Dann müsstest du es eigentlich verstehen. |
Kenji fällt an dieser Stelle sein eigener Patzer vom Vortag ein - und er entschuldigt sich dafür:
| Kenji: | Tut mir leid wegen gestern, |
|---|---|
| Kenji: | ...dass ich die Reparatur verpfuscht habe. |
| Misora: | Ist ja nichts Schlimmes passiert. |
In der Tat, denn Kenjis Vater hatte den Fehler ja wieder korrigieren können. Für Misora ist das Gespräch damit beendet - aber Kenji hat die moralische Schuld, in der er sich zu befinden glaubt, noch nicht bezahlt:
| Kenji: | Was deinen Nebenjob angeht... |
|---|
Doch endlich ist die Botschaft bei Misora angekommen (und außerdem muss Kenji ab morgen wieder in die Schule):
| Misora: | Keine Sorge. Darum kümmere ich mich selbst. |
|---|
Denn in diesem Kaff aus eigener Kraft einen Nebenjob zu finden, ist ja auch eine Herausforderung, welche Misora ein Erfolgserlebnis verschaffen könnte - insbesondere dann, wenn sie dabei über ihren eigenen Schatten springen muss! (Und genau das ist der Fall, wie wir gleich sehen werden.)
| Misora: | Also dann... gute Nacht. |
|---|
Kenji und Nanami kommen am nächsten Tag gemeinsam aus der Schule - und sie sind wieder ein Herz und eine Seele, wie Nanami ja auch im OP-Song beschreibt.
| Kenji: | Da bin ich wieder. |
|---|
Doch in der Tomosaka-Wohnung ist niemand zu Hause - nur ein großer Zettel liegt auf dem Esstisch: "Ich habe einen Job gefunden. Misora." Kenji liest den Zettel - und grinst.
Als Kenji die Wohnung wieder verlässt, kommt aus dem Nachbarhaus gerade Nanami gelaufen. Gemeinsam gehen die Beiden hinüber ins Cafe Konoe - wo sie zu ihrer Verblüffung von einer neuen Angestellten begrüßt werden:
| Misora: | Hereinspaziert! |
|---|---|
| Kenji: | He? |
| Kenji: | Hä? |
| Misora: | Ab heute arbeite ich, Ayukawa Misora, hier als Bedienung. |
| Misora: | Hallo, Leute! |
Nanami und Kenji blicken einander fassungslos an: Das war so ziemlich das Letzte, was sie erwartet hatten. (Aber es war das erste, was Kenji vorgeschlagen hatte - so schließt sich der Kreis, nachdem alle Alternativen gescheitert waren.) Während die beiden Ankömmlinge noch zweifeln, ob sie tatsächlich ihren Augen trauen sollen, wird Misoras Aussage von den Ereignissen bestätigt:
| Mutter: | Ayukawa-san, kannst du mir das hier mal abnehmen? |
|---|---|
| Misora: | Na klar. |
Damit ist bestätigt, dass Misora hier wirklich aktiv mitarbeitet.
| Mutter: | Ah, da seid ihr ja wieder. |
|---|
Während dem "Ehepaar" noch die Münder offen stehen, hat Misora noch eine Frage loszuwerden, die ihr auf der Seele brennt:
| Misora: | Ach ja, |
|---|---|
| Misora: | ...ich wollte euch was fragen. |
| Misora: | Ihr beiden seid doch ein Paar, stimmt's? |
Fassungslosigkeit bei beiden Angesprochenen:
| Kenji: | Wir... |
|---|---|
| Nanami: | ...beide...? |
Diesmal ist es Misora, die das "Ehepaar" wie kleine Kinder behandelt:
| Misora: | Na, du - und du. |
|---|
Bei Kenji bricht ein Sturm der Entrüstung los, ...
| Kenji: | Was fällt dir ein! |
|---|
...während Nanami nicht so recht weiß, ob sie das als Kompliment nehmen soll oder nicht:
| Nanami: | Also... |
|---|---|
| Nanami: | Ich und... Ken-chan sollen... ein Paar sein? |
| Kenji: | Wie kannst du so etwas sagen! |
| Nanami: | Das ist mir jetzt aber peinlich. |
Doch Misora glaubt den beiden natürlich kein Wort:
| Misora: | Kommt schon, veräppeln kann ich mich selber... |
|---|
Denn das ist ein Bereich, wo Misora als Städterin wahrscheinlich deutlich mehr Erfahrung hat als diese beiden Bauerntölpel. ;-)
Fazit der Episode: Trotz Nanamis vorübergehender Verunsicherung war Misora nie eine echte Konkurrenz für sie - und Kenji hat auch überhaupt nicht mitbekommen, was zwischen den beiden Mädchen tatsächlich abgelaufen ist. Erst Hiromi wird durch ihre Nähe zu Kenji während des Schulausfluges tatsächlich Druck auf Nanami ausüben und gleichzeitig Kenji durch ihr Geständnis in der Bibliothek seine eigenen Gefühle für Nanami bewusst machen. Dies hier war nur der Probelauf - die richtige Herausforderung folgt in den beiden nächsten Episoden.
Diesmal ein Epilog mit Figuren aus Knetmasse:
| Nanami: | Die Feldarbeit war heute wieder ganz schön anstrengend. |
|---|---|
| Hikari: | Nanami! |
| Nanami: | Ah, Hikari-chan. |
| Hikari: | Was ist das für eine riesige Wassermelone? |
| Nanami: | Das ist eine neue "Nanami Spezial". |
| Hikari: | Moment mal... |
| Hikari: | ...sie kommt direkt auf uns zu! |
| Hikari: | Oh weh, jetzt hat Nanami ein riesiges Problem! |
| Nanami: | Hm... die ist ganz schön schwer. |
| Nanami: | Nächstes Mal bei Lamune: Das Band zwischen den beiden und die Macht der Gefühle |
| Kenji: | Was soll denn das!? |
Zusätzliches DVD-Material / 2. Epilog: Die Szene spielt in einem fiktiven Restaurant, in dem alle Mädchen in unterwürfigsten Posen (Fanservice!) als Bedienungen arbeiten. Im ersten Teil weist Nanami Misora in die Arbeit als Bedienung ein und führt ihr das auch gleich praktisch vor:
| Nanami: | Also, als erstes schaust du mir bei der Arbeit zu. |
|---|---|
| Nanami: | Präge dir alles gut ein. |
| Misora: | Ja. Ähm, Konoe-san, eine Bestellung. |
| Nanami: | Komme sofort... |
| Misora: | Konoe-san, das Essen ist fertig. |
| Nanami: | Überlass das mir! |
| Misora: | Ein Gast will zahlen! |
| Nanami: | Okay. |
| Misora: | Die Arbeit in einem Cafe ist ganz schön stressig. |
| Nanami: | Ayukawa-san, wirst du klarkommen? |
| Misora: | Bitte übernimm am Sechsten für mich. |
| Nanami: | Nächstes Mal bei Lamune: Das Band zwischen den beiden und die Macht der Gefühle |
| Nanami: | Herzlich willkommen. |
| Kenji: | Bist du nicht erschöpft? |
Dafür muss im zweiten Teil Misora an die "Kundenfront":
| Misora: | Herzlich willkommen, Goshujin-sama. |
|---|---|
| Misora: | Sagt mal, warum muss ich Dienstmädchen spielen? |
| Hikari: | Misora-chan, du bist doch an solche Arbeit gewöhnt. |
| Tae: | Mach dich auch nützlich, ohne dass man dich ruft. |
| Misora: | Okay. |
Doch Misora wischt versehentlich einem Gast dessen Trinkglas vom Tisch...
| Misora: | Entschuldigen Sie bitte... |
|---|---|
| Misora: | Das tut mir furchtbar leid, Goshujin-sama! |
...und schneidet sich dann auch noch an den Scherben:
| Misora: | Autsch! |
|---|
Zum Glück naht die Rettung in Gestalt von Nanami mit Heftpflaster:
| Nanami: | Alles in Ordnung, Misora-san? |
|---|---|
| Misora: | Ja, danke. |
Hiromi ist begeistert:
| Hiromi: | Nanami-onee-sama ist wahrhaftig eine gute Bedienung. |
|---|
Nur Suzuka äugt eifersüchtig hinter einem Vorhang hervor:
| Suzuka: | Ayukawa Misora, du bist ein schreckliches Mädchen. |
|---|