Lamune

Episode 1: Der Einsiedlerkrebs und der Strohhut


Rückblende in die Kindertage - offenbar der Tag, nachdem Familie Tomosaka an ihrem neuen Wohnort eingetroffen ist: Am frühen Morgen (der Vollmond scheint noch) entdeckt der kleine Kenji (der als Großstadtkind Meerestiere bisher wohl nur aus Büchern kennt) am Strand in einer großen Wasserlache eine Gruppe von Einsiedlerkrebsen. Auch Nanami ist zu dieser frühen Tageszeit bereits unterwegs und nimmt mit Verwunderung den ihr noch unbekannten Jungen wahr, der mit offensichtlicher Begeisterung an diesem Wasserloch spielt:

Nanami:Entschuldigung... was machst du denn da?

So plötzlich aus seinem Spielvergnügen gerissen fragt Kenji erst einmal misstrauisch:

Kenji:Wer bist denn du?
Nanami:Ui! Sind das aber viele.
Das "Krabben" aus dem C1-Sub lasse ich absichtlich weg, weil Kenji dann schon hier diesen Begriff korrigieren müsste, nicht erst weiter unten.
Kenji:Willst du einen haben?

Kenji reklamiert erst mal sein Besitzrecht als Finder:

Kenji:Kriegst auch keinen!
Kenji:Die hier habe alle ich entdeckt!

Nachdem dies geklärt wäre, wird Kenji kooperativer und erklärt:

Kenji:Schau, das da ist ein grüner Streifen-Einsiedlerkrebs.
Kenji:Das ist eine echte Seltenheit.
Kenji:Am einfachsten kann man ihn an seinen Scheren erkennen.

Die tierliebe Nanami hat allerdings ganz anderes im Sinn:

Nanami:Schnell, lauft zurück ins Meer, solange ihr noch könnt.

Kenji doziert weiter:

Kenji:Seine Scheren sind voller kleiner Löcher... sieht echt toll aus.
Nanami:Auf Wiedersehen... und passt gut auf euch auf.
Kenji:Und außerdem haben sie diese feinen Härchen an den Fühlern...

Kenji merkt endlich, dass Nanami ihm gar nicht zuhört, und unterbricht seinen Vortrag:

Kenji:Hey, was machst du da!?
Nanami:Ähm? Ich lasse die Krabben zurück ins Meer laufen. Die armen Tierchen...
Kenji:Krabben?
Nanami:Ja.
Kenji:Das sind keine Krabben, das sind Einsiedlerkrebse.
Kenji:EIN-SIED-LER-KREBSE, klar?
Nanami:Ist doch egal, wie sie heißen!
Kenji:Ist es nicht!
Kenji:Einsiedlerkrebse sind nun mal keine Krabben.
Kenji:Hast du das kapiert?
Nanami:Husch, husch, zurück ins Meer mit euch!
Kenji:Nicht schon wieder...!
Kenji:Halt, stehen bleiben!

Aber Kenji hat nicht genug Hände, um all die davonlaufenden Einsiedlerkrebse wieder einzufangen. Der Junge glaubt nun, Nanami gönne ihm seine Beute nicht, weil er ihn nichts davon abgeben wollte, und versucht, sie zu bestechen:

Kenji:Also gut...
Kenji:Dann gebe ich dir eben auch einen.
Kenji:Aber bleib bloß weg von hier!

Doch für die Übergabe hat Kenji sich etwas Besonderes ausgedacht:

Nanami:Aua... hey, was soll der Einsiedlerkrebs auf meinem Kopf!?
Kenji:Also ich finde das lustig...

Nanami versucht, den Einsiedlerkrebs aus ihren langen Haaren zu entfernen, fällt dabei hin und heult lauthals los... und Kenji fühlt sich plötzlich schuldig.

Nanami:Mami...!

Laut weinend rennt Nanami davon; ein betroffen aussehender Kenji bleibt am Strand zurück. Der Junge hat den Spaß an der Sache verloren und wirft den Einsiedlerkrebs zurück in das Wasserloch.


Einige Zeit später:

Kenji:Hallo, da bin ich wieder.

Seine kleine Schwester begrüßt ihn vorwurfsvoll:

Suzuka:Onii-chan, wir haben schon alles ausgepackt.

Und Kenji hat sich offenbar davor gedrückt, beim Einzug in das neue Haus mitzuhelfen.

Kenji:Und welches Zimmer kriege ich?
Suzuka:Das mit dem Balkon.

Dieser Balkon wird noch sehr wichtig werden.

Suzuka:Übrigens, nebenan wohnt...
Suzuka:Hörst du mir überhaupt zu?

Nein, tut er nicht. Kenji rennt sofort in sein Zimmer - und sieht durch das Fenster auf dem Nachbarbalkon ein Mädchen Wäsche aufhängen.

Nanami:Ah, du bist doch der, der die Einsiedlerkrebse fangen wollte.
Kenji:Weißt du, dass man dein Höschen sehen kann?

Sprung in die Jetztzeit: Um 7:00 Uhr früh klingelt der Wecker in Kenjis Zimmer. Kenji schaltet den Wecker ab und wirft ihn auf den Zimmerboden.

Kenji:Noch ein Viertelstündchen...

Kenji schläft wieder ein und träumt anscheinend von einem Computerspiel:

Notiz:Yabou = Ehrgeiz, Streben, Verrat; bezieht sich vermutlich auf das Computerspiel "Nobunaga no Yabou"
Game:Ist das wahr?
Game:Jawohl!
Game:Dann bitte ich darum, erteilt mir den Befehl, mein Prinz!
Game:Schlag ihm den Kopf ab!
Singular oder Plural? Scheint auf Japanisch nicht klar zu sein.

Soll der Samurai gegen diese Aliens kämpfen?

Game:Wem soll ich den Kopf abschlagen?
Game:Dem Typen da hinter dir.

Das ist aber kein Alien, sondern der PC-Spieler selbst, also Kenji.

Game:Zu Befehl!

Kenji erwacht, sucht nervös nach seinem Wecker und sieht: 7:50 Uhr!

Suzuka:Guten Morgen, Onii-chan.
Kenji:Wieso hat mich denn niemand geweckt?
Suzuka:Ich habe ein paar Mal nach dir gerufen.
Vater:Du hast wohl noch die halbe Nacht für die Prüfung gelernt?
Kenji:Na ja, sowas Ähnliches...

Vermutlich hat er eher dieses Computerspiel gespielt, von dem er geträumt hat. Aber in Episode 12 wird er gegenüber Nanami den Standpunkt vertreten, dies sei "Geschichte lernen"...

Suzuka:Hm? Ich dachte, heute bist du dran, Onii-chan.
Kenji:Ich bin dran!?
Suzuka:Genau.
Kenji:Ich schon wieder...
Vater:Wir sollten uns schon mal auf den Weg machen.
Suzuka:Und komm nicht zu spät für die Prüfung!

Kenji springt derweil (auf Socken!) vom Balkon vor seinem Zimmer hinüber auf den Nachbarbalkon und klopft an die Fensterscheibe von Nanamis Zimmer. Keine Reaktion... Kenji öffnet die Schiebetür:

Kenji:Nanami?

Keine Antwort. Kenji zieht die Bettdecke zur Seite, fördert aber nur einen kleinen Stoffhund zutage. Ist Nanami denn schon aufgestanden? Ratlos öffnet er die Zimmertüre und ruft ins Treppenhaus:

Kenji:Nanami?!

Da hört der Junge ein Seufzen aus der Richtung von Nanamis Bett.

Kenji:Was ist denn hier los?
Kenji:Also echt...

Nanami ist aus ihrem Bett gefallen und liegt nun in dem engen Spalt zwischen Bett und Wand, schläft aber seelenruhig weiter. Kenji schüttelt das Mädchen an der Schulter:

Kenji:Hey! Aufstehen, Nanami!
Nanami:Nicht schütteln...
Kenji:Was soll das heißen?
Kenji:Hey, ich kann dein Höschen sehen...
Kenji:Los jetzt, aufstehen.
Nanami:Ach, du bist's, Ken-chan. Guten Morgen!
Kenji:Was soll an diesem Morgen denn so "gut" sein?
Nanami:Oh je, mein Pyjama! Du liebe Zeit...
Kenji:Hey, pass auf!
Nanami:Äh? Worauf denn?

Nanami versinkt wieder in der Tiefe dieses Spalts.

Nanami:Ganz schön eng hier unten...
Kenji:Los jetzt, wir kommen zu spät.
Nanami:Oh, stimmt ja.
Kenji:Wir haben heute eine Prüfung. Also mach schon.

Kenji spricht laut mit sich selbst; im Hintergrund versucht Nanami, hinter dem Bett hervorzukommen, schafft das aber nicht alleine.

Kenji:Eigentlich wollte ich heute früher aufstehen und meine Notizen nochmal durchlesen.
Kenji:Na ja, wenigstens beginnen nach den Prüfungen endlich die Sommerferien.
Kenji:Nur noch ein paar Tage, dann haben wir's hinter uns.

Nanami rumort geräuschvoll hinter ihrem Bett, kommt aber nicht zum Vorschein.

Kenji:Jetzt sei doch endlich mal still!
Kenji:Was treibst du da eigentlich die ganze Zeit?
Nanami:Äh... na ja... also...
Nanami:Kannst du mir bitte hier heraus helfen?
Kenji:Das kostet dich aber einen Gefallen.
Nanami:Einverstanden.

Kenji schnappt sich Nanamis rechten Arm und zieht das Mädchen hinter dem Bett hervor.


Zusätzliches DVD-Material (Fanservice - Nanami rutscht die Schlafanzughose herunter, und sie stolpert beinahe über ihre eigenen Beine):

Mutter:Nanami?

Die Mutter betritt das Zimmer:

Mutter:Was war denn das eben für ein Getrampel?
Nanami:Ach, nicht so wichtig.

Frau Konoe hat ebenfalls nur ihren Schlafanzug an, und dieser ist noch dazu teilweise offen...

Nanami:Aber Okaa-san, du kannst doch nicht in solch einem Aufzug herumlaufen.
Mutter:Wieso denn? Hier sieht mich doch niemand.
Nanami:Aber...

Von wegen! Kenji blickt von seinem Zimmer aus immer noch zu Nanami hinüber, wendet sich aber verschämt ab, als Nanami ihn sieht.

Nanami:Ken-chan...?

Nanami ist die Szene erkennbar peinlich; ihre Mutter nimmt es mit Humor und streckt ihrer Tochter die Zunge heraus.


Kenji wartet vor Nanamis Haus darauf, dass sich das Mädchen anzieht und für die Schule bereit macht.

Nanami:Tut mir leid, dass du auf mich warten musstest, Ken-chan.

Kenji schnappt sich ihre Hand und zieht sie mit sich fort; Nanamis Mutter winkt ihrer Tochter zum Abschied vom Cafe aus zu.

Kenji:Komm schon, das schaffen wir noch.

Nanami ist von diesem Spurt allerdings ziemlich ausgepumpt, und außerdem...

Nanami:Warte doch mal einen Moment!

Kenji tut wie gewünscht und räkelt sich:

Kenji:Aaah... der Sommer ist einfach klasse.

Nanami nestelt derweil an ihrer Kleidung herum:

Nanami:Oh je... was ist denn jetzt los?

Nanami hat versucht, das Oberteil ihrer Schuluniform auszuziehen, ist aber auf halbem Weg stecken geblieben und steht in diesem Zustand im Küstenwind - ein malerischer Anblick. ;-)

Kenji:Was machst du denn nun schon wieder?
Nanami:Meine Schleife hat sich verheddert.

Und solange sie das Oberteil an hat, kommt sie nicht an die Schleife ihres Kleides ran, um diese neu zu binden. Sie kommt aber nicht weiter mit dem Ausziehen des Oberteils, will aber Kenji auch nicht um Hilfe bitten (denn das würde wieder einen Gefallen kosten). Also versucht Nanami es mit der Mitleidsnummer:

Nanami:Wenn ich hier so stehen bleiben muss, bis die Flut kommt, werde ich ertrinken.

Aber Kenji fällt nicht darauf herein - und nutzt die günstige Gelegenheit, das wehrlose Mädchen zu kitzeln!

Nanami:Nein! Hör auf! Wir kommen doch zu spät...

Tja, auf einmal fällt Nanami wieder ein, dass beide eigentlich in akuter Zeitnot sind... sie weicht zurück und jammert:

Nanami:Das war jetzt aber echt gemein von dir, Ken-chan.
Kenji:Find ich gar nicht.

Nanami steckt immer noch halb in ihrem Uniform-Oberteil, und die Zeit verrinnt... Kenji sieht ein, dass er ihr helfen muss:

Kenji:Ist ja gut, ich helfe dir. Komm mal her.
Nanami:Aber nicht wieder kitzeln... versprochen?

Kenji genießt seine aktuelle Überlegenheit:

Kenji:Hm... mal sehen.
Nanami:Was meinst du denn mit "mal sehen"?

Nanami weicht wieder zurück... Kenji verliert die Lust an der Szene und sucht nach einem neuen Druckmittel:

Kenji:Hey, Nanami-sensei...
Nanami:Was ist?
Kenji:Du hast doch nicht etwa vor, meine Geisel zu opfern?
Nanami:Welche Geisel?

Kenji hebt Nanamis Schultasche vom Boden auf - und Nanami ergibt sich in ihr Schicksal...


Kenji und Nanami eilen auf das Schulgebäude zu und werden am Eingang von der Schulsprecherin begrüßt:

Tae:Ah, guten Morgen, ihr beiden.
Nanami:Tae-senpai, schönen guten Morgen.
Kenji:Senpai, was tust du denn hier schon so früh am Morgen?
Tae:Saubermachen.
Kenji:Saubermachen?
Tae:Ich finde es ziemlich schmutzig hier.
Kenji:Aber heute ist doch die Semester-Abschlussprüfung.
Tae:Ja, ich weiß.
Tae:Aber wenn ich sehe, wie es hier aussieht, kann ich eben nicht einfach wegschauen.
Kenji:Senpai, wir müssen jetzt in unsere Klasse.
Tae:Verstehe.
Nanami:Schönen Tag wünsche ich.
Kenji:Nanami, nicht trödeln...
Nanami:Okay.
Tae:Das Rennen in den Gängen ist verboten!

Im Hintergrund sehen wir ein paar jüngere Mädchen sich unterhalten - darunter erstmals auch Hiromi, die Kenji einen langen Blick nachwirft. Der Schulgong reißt sie aus ihren Gedanken:

Maedchen:Also dann mal los.
Hiromi:Okay.

Der Gong läutet zur Mittagszeit, die Prüfungen des heutigen Tages sind überstanden; Kenji hängt erschöpft über seinem Schreibtisch.

Hatano:Und, wie ist es bei dir gelaufen?
Kenji:Na ja, wie immer eben. Und bei dir, Hatano?
Hatano:Wenn ich Pech habe, werde ich im Sommer Nachhilfestunden nehmen müssen.
Kenji:Na toll...
Hatano:Wenigstens sind nach der letzten Prüfung endlich Sommerferien.
Kenji:Ja, das wird aber auch höchste Zeit.

Nanami erscheint am Eingang des Klassenzimmers:

Nanami:Ken-chan, wollen wir nach Hause gehen?
Kenji:In Ordnung.

Hatano verabschiedet seinen Kumpel, ...

Hatano:Man sieht sich, Kenji.
Kenji:Okay.

...aber nicht ohne eine kleine Provokation:

Hatano:Und grüß deine Ehefrau von mir.
Kenji:Halt die Klappe!

Kenji und Nanami gehen entspannt nach Hause:

Kenji:Mensch, hab ich einen Kohldampf...
Nanami:Was hättest du gerne zu Mittag?
Kenji:Was gibt's denn heute bei euch als Tagesmenü?
Nanami:Nudeln mit Fleischsoße, glaube ich.
Kenji:Hört sich gut an.
Kenji:Na, dann wollen wir mal euren Umsatz ankurbeln.
Nanami:Einverstanden.

Beide liefern ihre Schulsachen daheim ab und treffen sich wieder vor der Haustüre, um zum Cafe hinüber zu gehen.


Mutter Konoe begrüßt ihre beiden Gäste:

Mutter:Hereinspaziert...
Mutter:Ah, ihr seid es.
Kenji:Guten Tag!
Nanami:Da sind wir wieder.
Mutter:Ist es draußen immer noch so heiß?
Nanami:Ja, und wie.
Mutter:Dann mache ich euch erst mal eine Erfrischung.

Nanami ist hinter die Theke getreten und besteht darauf, ihren Kenji selbst zu bedienen:

Nanami:Ah, lass nur, ich mach das schon.
Mutter:Na gut...

Nach dem Mittagessen:

Kenji:Vielen Dank für das Essen!
Mutter:Und, hat es geschmeckt?
Kenji:Sehr gut.
Kenji:Vor allem das Gemüse war prima.
Nanami:Das war von unserer letzten Ernte.
Kenji:Ach ja, ich erinnere mich...

Kenji denkt zurück an diesen Besuch im Gemüsegarten, als er schwer beladen zwei Taschen voller Gemüse schleppte und vom Staub eines vorbeifahrenden Autos eingenebelt wurde... dieses Mittagsmahl hat er sich also schwer verdient.

Kenji:Auberginen...
Nanami:Dann wirst du unsere Wasser-Auberginen auch mögen.

Etwas später (gerade verlässt ein Gast das Cafe):

Mutter:Beehren Sie uns bald wieder.

Nanami räumt das Geschirr des Gastes ab:

Nanami:Bitte sehr, Okaa-san.
Mutter:Nanami, kannst du mir bitte Wasser-Auberginen und Soja-Sprossen aus dem Garten holen?
Nanami:Mach ich.
Mutter:Wir brauchen auch wieder Kürbisse und Mais.
Nanami:Hm? Kürbisse sind aber ganz schön schwer.

Kenji begreift sofort, dass hier ein starker Mann gebraucht wird:

Kenji:Ich komme mit.
Nanami:Wirklich?
Kenji:Klar doch.
Mutter:Was täten wir nur ohne deine Hilfe, Tomosaka-kun.

Und um die günstige Gelegenheit so richtig auszunutzen:

Mutter:Ach übrigens, ihr könnt 'nen Karren mitnehmen.

Kenji schrickt zusammen: Ist sein "Transport-Monopol" etwa in Gefahr? Auch Nanami ist überrascht:

Nanami:Huch? Haben wir denn einen hier?
Mutter:Unser Nachbar mit dem Garten neben unserem meint, wir dürfen seinen verwenden, wann immer wir wollen.
Nanami:Na, dann ist es ja kein Problem.
Mutter:Eben!

Kenji beschließt, Protest einzulegen:

Kenji:Äh, Moment mal...
Kenji:Dafür brauchen wir doch nicht extra einen Karren.

Stimmt - hier braucht Kenji ihn noch nicht. Aber er merkt sich die Existenz des Karrens, denn er wird ihn später noch dringend benötigen.

Mutter:Bist du sicher?
Nanami:Aber mit dem Karren ginge es doch viel leichter.

Kenji fühlt seine Leistungsfähigkeit nicht richtig gewürdigt:

Kenji:Wozu denn einen Karren?
Kenji:Das bisschen Zeug trage ich doch locker.
Nanami:Hm... aber es wäre bestimmt leichter...

Kenji kürzt die Diskussion ab:

Kenji:Komm schon, los geht's.
Nanami:Ken-chan, warte auf mich!

Nanami rennt an Kenji vorbei zur Türe hinaus, doch der Junge ruft sie zurück:

Kenji:Nanami!
Nanami:Was ist denn?
Kenji:Du hast was vergessen.

Kenji setzt Nanami den Strohhut auf, was dem Mädchen ein wenig peinlich ist; ihre Mutter beobachtet die beiden und grinst sich eins:

Mutter:Oho...

Im Gemüsegarten der Familie Konoe:

Nanami:Ahhh! Es ist immer noch ganz schön heiß hier.

Nanami beginnt mit der Ernte, prüft die einzelnen Früchte, um die reifsten Exemplare auszuwählen, und erteilt dabei Unterricht an Kenji:

Kenji:Was ist mit denen hier?
Nanami:Ich denke, die sollten wir noch ein bisschen wachsen lassen.
Kenji:Und die da?
Nanami:Die nehmen wir.
Kenji:Und die hier?
Nanami:Ja, die auch.
Nanami:Dann weißt du ja jetzt, was du zu tun hast.
Kenji:Alles klar.

Die Arbeitsteilung: Kenji erntet das von Nanami bezeichnete Gemüse, während Nanami die Pflanzen gießt. Während der Arbeit fällt Kenjis Blick auf ein Beet mit Wassermelonen:

Kenji:Nanami...
Kenji:Die Wassermelonen da drüben sind doch schon reif, oder?
Nanami:Ja, schon. Aber die sind viel zu schwer zum Tragen.
Kenji:Stimmt auch wieder.

Denn die Tragetasche mit dem geernteten Gemüse ist bereits voll.

Nanami:Wollen wir nicht doch den Karren nehmen?
Nanami:Damit würden wir das locker schaffen...

Nanami wendet sich wieder dem Gießen der Pflanzen zu:

Nanami:Frisches Wasser ist doch was Tolles.

Kenji ist erschöpft vom Arbeiten; sein Blick fällt auf die reifen Wassermelonen - und er beschließt, eine kleine Pause einzulegen. Leider ist gerade die Wassermelone, die er als Mahlzeit ausgedeutet hat, auf der Seite beschriftet (was er aber übersehen hat): "Nanami [Spezial] - nicht essen!"

Nanami ruft nach Kenji:

Nanami:Also ich bin mit dem Gießen fertig.
Nanami:Ken-chan, ich sagte, ich bin fertig mit dem Gießen...

Nun erst sieht Nanami, dass Kenji gar nicht mehr am Ernten ist:

Nanami:Wieso isst du denn jetzt etwas?

Kenji antwortet mit vollem Mund...

Kenji:Mom mer mum mim mir mau mei Mück.
Nanami:Ich habe kein Wort verstanden.

Kenji spuckt die Kerne der Wassermelone aus und wiederholt:

Kenji:Komm her und nimm dir auch ein Stück.

Nanami nimmt das Angebot zunächst dankend an, ...

Nanami:Ah, danke sch...

...doch dann entdeckt sie die Beschriftung:

Nanami:Ahhhhhhh, das ist doch...
Kenji:Was ist denn los?
Nanami:Diese Wassermelone ist eine "Nanami Spezial", die habe ich mit viel Mühe selber gezüchtet.
Kenji:"Nanami Spezial"?
Nanami:Wieso musstest du ausgerechnet die essen?

Kenji ist sich seiner Schuld noch nicht bewusst:

Kenji:Wie kommst du darauf, dass das eine "Nanami Spezial" ist?
Kenji:Es könnte doch auch eine ganz normale Wassermelone sein.
Kenji:Können Sie das beweisen, Nanami-kun?

Kenji spricht bewusst distanziert, als wäre Nanami eine Fremde.

Nanami:Der Beweis ist hier!
Kenji:Wo denn?
Nanami:Schau doch mal, was da drauf steht.

Kenji begreift, dass er im Unrecht ist, versucht aber noch, das Ausmaß der Katastrophe herunterzuspielen:

Kenji:Jetzt hab dich doch mal nicht so...

Aber so leicht ist Nanami nicht zu beruhigen:

Nanami:Wieso musstest du ausgerechnet die essen!?

Etwas später sitzen Nanami und Kenji am Ufer - und essen gemeinsam die Wassermelone!

Nanami:Schmeckt toll, nicht?
Nanami:Deshalb heißen sie auch "Nanami Spezial".
Kenji:Schmeckt echt klasse.
Nanami:Dafür schuldest du mir einen Gefallen.
Kenji:Stimmt, dafür schulde ich dir wirklich was.
Nanami:Ja, du schuldest mir was.

Diese Zeile weckt Erinnerungen bei Kenji - und Nanami merkt, dass der Junge plötzlich mit seinen Gedanken weit weg ist.

Nanami:Hm? Ist irgendwas?
Kenji:Ach, nichts...

Nanami betrachtet neugierig Kenjis Gesicht - und der nutzt die Gelegenheit und beißt in Nanamis Melonenstück!

Nanami:Ah! Das ist meins...
Kenji:Geschieht dir recht, wenn du beim Essen so trödelst.

Wieder eine Szene, die gegen Ende der Serie noch einmal Erwähnung finden wird - in einem weitaus dramatischeren Kontext.

Nanami:Lass das, Ken-chan.

Beide lächeln einander an - und Kenji beißt ein zweites Mal zu!

Nanami:Ah, nicht schon wieder!

Nanami schubst Kenji weg:

Nanami:Hör auf!

Kurz vor dem Sonnenuntergang sind die beiden mit dem geernteten Gemüse wieder daheim eingetroffen:

Nanami:Vielen Dank für heute, Ken-chan.
Kenji:Nichts zu danken. Also dann bis morgen.

Kenji läuft mit einem Arm voll Gemüse auf das Haus seiner Familie zu, dreht sich dann aber um und blickt zu Nanami hinüber, die ihm nachgewinkt hat.

Nanami:Was ist?
Kenji:Nanami, morgen bist du dran mit dem Wecken.
Nanami:Alles klar.
Kenji:Ich bin aber nicht so leicht wach zu kriegen, klar?
Nanami:Jetzt frustrier' mich doch nicht schon vorher!
Kenji:Also dann bis morgen, jetzt aber endgültig.
Nanami:Okay! Gute Nacht!

Und Nanami geht ins Cafe ihrer Mutter, wo bereits ein großer Korb mit dem geernteten Gemüse steht.


Epilog (Nanami kommt früh morgens zu den Tomosakas herüber):

Nanami:Suzuka-chan, guten Morgen!
Suzuka:Nanami-onee-chan, guten Morgen!
Nanami:Ist Ken-chan schon auf?
Suzuka:Du glaubst doch nicht, dass Onii-chan alleine aus den Federn käme?
Nanami:War ja nur 'ne Frage.

Beide Mädchen lachen laut... also muss Nanami nun doch ihre Pflicht erfüllen und Kenji wie verabredet aufwecken.

Nanami:Mist, so spät schon?
Nanami:Jetzt aber schnell, sonst kommen wir zu spät...
Nanami:Nächstes Mal bei Lamune: Der Sommergarten und die "Nanami Spezial"
Nanami:Ken-chan, Zeit zum Aufstehen!

Doch Kenji antwortet mit einem hörbaren Schnarchen... er hatte ja angekündigt, dass er nicht so leicht zu wecken sei.